Donnerstag, 27. November 2014

Wertungssystem WDSF 2.1

von Frank Hattendorff

(Quelle: Ursula Jarré – Presseteam des GGC: Pressemappe für die WM 2014)

Wenn Sie sich für Tanzsport interessieren, haben Sie vielleicht schon aus den Berichten in den Medien erfahren, dass das Wertungssystem für den Tanzsport geändert werden soll. Man will sich jetzt mehr an das System anlehnen, das beim Eiskunstlaufen angewendet wird. Wie die bisherigen „Testläufe“ mit dem WDSF 2.0 gezeigt haben, ist das mit entsprechenden Änderungen sehr gut anwendbar und bietet eine differenziertere Bewertung von Einzelpaaren und Formationen.

Ab 2014 wird das System zur Pflicht, zumindest für WDSF-Turniere!

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Hier die Version des WDSF-Wertungssystems (WDSF 2.1) für Formationen in Kurzfassung:

Das Wertungssystem 2.1 begrenzt die durch die Wertungsrichter zu bewertenden Komponenten auf vier. Dabei wird festgelegt, dass zwei Komponenten die technischen Aspekte der Ausführung abdecken und die anderen beiden beurteilen die künstlerischen Qualitäten.

Technische Qualität – (Technical Qualities) TQ
= die Fähigkeit, Haltung und Balance zu zeigen und zu halten (wie in der Technik beschrieben) sowie Paarharmonie und die Fähigkeit, Bewegungen auszuführen, synchrone Übergänge von Haltung und Bewegung zwischen den Tänzen, sowie einen Energietonus zu kreieren, zu zeigen und zu halten; die Qualitäten der einzelnen Tänzer werden durch Körper, Füße, Arme, Hände und Kopf präsentiert; die Qualität, die vom gesamten Team durchgängig während des Auftritts präsentiert wird, gemessen über alle Tänze und die gesamte Dauer des Auftritts.

Bewegung zur Musik, Musikalität (Movement to Music) MM
= die Fähigkeit, die Charakteristik der Musik erkennbar zu präsentieren, d. h., alle fünf Tänze in allen Abschnitten und dem Wechsel zwischen den Tänzen, durchgängig in der gesamten Choreographie, vom gesamten Team, von jedem einzelnen Tänzer, sich entsprechend dem geforderten Rhythmus und Timing innerhalb der Musik zu bewegen, durchgängige Bewegung, d. h. keine ungewollten Unterbrechungen / Pausen / Stillstand, durchgängige Body Actions

Teamharmonie (Team Skill) TS
= die Fähigkeit, Bilder und Schritte mit einem Maximum an Präzision in ‚Bezug auf Timing, Bewegungsumfang, Abständen, Raum und den Körperpositionen und Linien auszuführen; Synchronität bei der Ausführung der Bilder, Übergänge und Bewegungen (Körper, Arme, Beine, Füße, Kopf), Bilderwechsel sowie die Synchronität der Bewegungen und der daraus resultierenden Positionen von Körper, Kopf, Armen und Händen / Beine und Füße

Choreographie und Präsentation – (Choreography and Presentation) CP
= Auswahl der Musik unter Berücksichtigung der Charakteristik der einzelnen Tänze, Präsentation des Themas – mit Bezug zur Musik – durchgängig während der gesamten Choreographie; Kreativität und Einfallsreichtum der Choreographie; Schwierigkeitsgrad der Choreographie, Nutzung der Tanzfläche (Größe, Bereiche, Symmetrie), Dynamik und Vielfalt der Bewegung bei stationären und beweglichen Bildern, charakteristischer Ausdruck; in welchem Umfang liefert die gewählte Musik die notwendige Charakteristik der einzelnen Tänze
Während vorher das Wertungsrichterteam aus sieben Wertungsrichtern bestand, benötigt das System 2.1 zwölf Wertungsrichter im Team, die in vier Gruppen aufgeteilt werden – und für jede der Dreiergruppen gilt es, nur eine Komponente zu beurteilen. Die Komponenten werden erst kurz vor jeder Runde den jeweiligen Gruppen zugelost.
Für TQ und MM werden die Wertungsrichter nahe an der Fläche positioniert, für TS und CP höher und weiter entfernt (Rangposition).

Die Wertungen werden wie folgt vergeben:
10 = Outstanding
9 = überragend
8 = sehr gut
7 = gut
6 = überdurchschnittlich
5 = durchschnittlich
4 = mittelmäßig
3 = schwach
2 = schlecht
1 = sehr schlecht

Zur weiteren Differenzierung können Stufen von 0.5 Punkten verwendet werden. In der Addition der Punkte (Durchschnitt) für jede Komponente, die von der jeweiligen Wertungsrichtergruppe vergeben werden, zählen die niedrigste und die höchste Wertung nur zu 10 - 50 % im Verhältnis zur Abweichung vom Durchschnitt.

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Daran wird man sich sicher schnell gewöhnen! Hier sehen Sie die Bewertung aus einem Turnier der Einzelpaare. Hier finden Sie auch die Kürzel TQ, MM und CP wieder! Der Unterschied zum Formationstanzen ist hier “PS” gegenüber “TS=Team Skill”. Dieses Foto soll auch nur den klaren Unterschied zu den “Platztafeln” deutlich machen, einen optischen Eindruck vermitteln, wie das alles in etwa aussieht! Smiley


Die tatsächliche “Arbeitsbelastung” der Wertungsrichter wird reduziert sowohl hinsichtlich der Beurteilung als auch mechanisch für die Eingaben auf den Touch Screen Terminals. Nur eine Komponente ist jeweils zu beurteilen, nur ein Wert muss nach der Beurteilung eingegeben werden.

Das Wertungssystem 2.1 für Formationen wird 2014 erstmals bei der WM Standardformationen in Braunschweig und der WM Lateinformationen in Bremen am 06. Dezember 2014 angewandt werden!

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Abbildung vom NDR während der Weltmeisterschaft der Standardformationen in Braunschweig!

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